Freie Trauung an der Elbe

Mit einer Flaschenpost und viel Wind

Es hieß, es soll ein sonniges Augustwochenende werden, an dem Monique und Ron sich noch einmal das "Ja-Wort" geben wollten. War es auch, doch den Sturm (nein, es war schon kein Wind mehr :D) hatte keiner mit einkalkuliert.

 

Trotz der hohen Windgeschwindigkeiten (oder vielleicht genau deswegen), gab es eine großartige Hochzeit.

 

Schon auf dem Weg bekam ich es mit so manchen Hürden zu tun, denn mein Navi schickte mich über eine Straße, die es höchstwahrscheinlich lediglich in meinem Navigationssystem gab. Vorbei an zahlreichen Radlern, tuckelte ich mit ca. 10 km/h über das Hinterland und den zahlreichen Schlaglöchern. Als es dann hieß: "Sie haben ihr Ziel erreicht" stand ich auf einer Wiese im Nichts. Weit und breit niemand außer ein paar Kühen am Horizont zu sehen. "Oooooookaaaay" dachte ich mir und fuhr erst einmal weiter - wenden hätte ich eh seit 10 Kilometer nicht mehr gekonnt und war froh, dass sich die Fahrradfahrer an mir vorbei quetschen konnten.

 

Nach weiteren 3 Kilometern erreichte ich ein kleines Dorf. Zivilisation - ich war erleichtert. Doch irgendwie sollte ich so schnell dann doch nicht den richtigen Weg finden. Man muss dazu sagen, die Hochzeit fand auf einer Wiese mitten im Nirgendwo direkt an der Elbe statt - eine Adresse gab es nicht und der mir am Handy angezeigte Standort war der besagte bei den Kühen :D

 

Ich fuhr also im Ort umher und nachdem ich schon das Ortsausgangsschild erreicht hatte, parkte ich und rief kurzerhand die Braut an. Welch Zufall, dass ich direkt vor ihrer Haustür geparkt hatte :D Mit Infos versorgt ging es dann nun zum Trauort. In diesem Moment war ich sowas von froh, dass wir wirklich immer nur eine Trauung pro Tag annehmen und mehr als rechtzeitig los fahren.

 

Am Trauort angekommen musste ich mich schon gegen meine Autotür stemmen, um sie überhaupt aufzubekommen. Man merkte eindeutig, dass man direkt auf freier Wildbahn ist. Ich machte mich mit den Gegebenheiten vertraut, begrüßte Familie und den DJ, sprach ein paar Dinge ab und versuchte schon einmal aufzubauen. Naja, es blieb beim Versuch... Sehr schnell merkten wir dann nämlich, dass wirklich alles weg fliegt.

 

Mit Trauzeuge und Bräutigam improvisierten wir, es wurde hier noch gefeielt und da überlegt, wie wir alles windfest bekommen und am Ende stand alles perfekt.

 

Monique und Ron hatten sich unglaublich viel Mühe bei der Dekoration und vor allem logistischen Organisation gegeben und sich dabei selbst übertroffen. Chapeau! Deswegen ließen wir uns alle nicht vom Wind beirren (oder versuchten es zuminest) und hielten lieber die Röcke fest :D

 

Die Aufregung stieg und stieg, doch es fehlten zur vorgegebenen Trauzeit immer noch ein paar Gäste. Monique und Gefolge standen bereit. Was nun?! Die Brautmama gab das "Go" und Monique fuhr zusammen mit ihrem Papa zum Trauort (für Ortskundige 3 Minuten Autofahrt - für mich 10 :D).

 

Und dann ging es los...

Der Einzug der Braut war absolut stimmungsvoll und wunderschön. Zusammen mit den Trauzeugen und Brautjungfern führte Moniques Papa sie zum Bräutigam Ron. Der Schleier flog, die Frese saß und so gut wie jeder hatte Tränen in den Augen - und das nicht nur vom Wind. Begleitet wurden sie vom Lied "Bis meine Welt die Augen schließt" von Alexander Knappe.

 

Es war so unglaublich stürmisch, dass mein Buch nur noch zur Deko in meiner Hand war und ich es rein gar nicht benutzen konnte. Ich war so froh darüber, dass ich nachts um 4 Uhr wach wurde und innerlich die komplette Rede im Halbschlaf durchging und danach wieder friedlich einschlief :D

 

Es wurde gelacht, geweint und natürlich durfte auch hier ein Ritual nicht fehlen. Was liegt nah, wenn man an der Elbe ist? Natürlich eine Flaschenpost mit guten Wünschen. Diese wurden von den Gästen vor der Trauung beschriftet, von den Trauzeugen im Rahmen der Trauung eingesammelt und dann in die Flasche hinein gesteckt. Zusammen mit Geld für den Rückversand, sollte nun die Flaschenpost auf Reisen gehen. Und Ron wäre nicht Ron, wenn er nicht weiiiiit ausholte und die Flasche perfekt in die Elbe katapultierte.

 

Nach der Trauung folgte dann ein kleiner Sektempfang mit Proseccodosen und Kaltgetränken aus einer Wanne. Anschließend ging es dann für Kaffee und Kuchen in das Festzelt.

 

Nach einer kalten Cola, netten Gesprächen mit Gästen, Trauzeugen, der lieben Fotografin Mandy und natürlich dem Brautpaar machte ich mich auf den Rückweg. Dieses mal aber nicht über die Huckelpiste, sondern über "normale" Straßen :D

 

Danke liebe Monique und lieber Ron, dass ich ein kleiner Teil eures wunderschönen Tages sein durfte. Dass wir uns trafen ist für mich das perfekte Beispiel für Schicksal und ich wünsche euch von Herzen alles, alles erdenklich Liebe und Gute.

Fotos: Mandy Stappenbeck Photography

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