Eine Strandhochzeit auf Rügen

Unsere Hochzeitsplanerin und Rednerin Julia Hohn dufte letzten Sommer eine Hochzeit an der Ostsee planen und die Freie Trauung vollziehen. Begleitet wurde sie dabei von der wundervollen Steffi von "Steffi Fotografie mit Leidenschaft und Herz", die drei Tage lang die Hochzeit dokumentierte.

 

Heute nehmen wir euch mit auf unsere Reise...

Begonnen hat alles genau 11 Monate vor der Hochzeit, als mich die Braut mit folgenden Worten kontaktierte:

 

Liebe Frau Hohn,

mein Mann und ich sind nächstes Jahr im März 10 Jahre verheiratet. Da wir uns wie vor 10 Jahren immer noch gleich sehr lieben, möchten wir nächstes Jahr unser Ja-Wort erneuern. Wir planen eine Freie Trauung. Da wir vor 10 Jahren keine richtige Hochzeit mit Familie und Freunden hatten, möchten wir das nächstes Jahr mit der Freien Trauung nachholen. Unser Wunsch ist es mit Familie und Freunden in Binz auf Rügen genau am Meer zu heiraten. Nun meine Frage "Möchten Sie unsere Hochzeitsplanerin sein ?" Wir würden uns wirklich sehr freuen.

 

"Wow" dachte ich, meine Gebete wurden erhört und ich hätte am liebsten laut JA geschrien, aber es war ja keiner da :D Also teilte ich sofort meine Freude mit meiner Freundin und Lieblingsfotografin Steffi. Eher scherzhaft, aber höchstwahrscheinlich schon innerlich die Koffer gepackt, scherzte Steffi, dass sie dann aber mit dabei sein will.

Naja, erst einmal muss ich aber schauen, ob die Chemie passt und ich lud meine Braut zu mir ins Büro ein.

 

Die zukünftige Braut und ich verstanden uns auf Anhieb super und eigentlich stand schon im Gespräch fest, dass ich ihre Hochzeitsplanerin sein darf. Wie sehr ich mich freute. Ein kleiner Traum wurde wahr.

 

Im ersten Gespräch gingen wir dann schon sämtliche Details durch. Welches Datum bzw. welcher Zeitraum würde in Frage kommen. Wie viele Personen werden erwartet. Welche Bedingungen gibt es und wie hoch ist das Budget.

Anhand dieser Daten begann ich nach dem Termin sofort mit der Arbeit und konnte schon zeitnah erste Erfolge an das Brautpaar weitergeben.

 

Knapp zwei Monate später fuhren das Brautpaar und ich für zwei Tage hoch an die Küste und schauten uns zwei Locations an. Einmal ein schickes Hotel direkt am Strand und dann die Seebrücke von Sellin. Die Entscheidung fiel sehr schnell auf das Hotel, da wirklich alles vorhanden war: Übernachtungsmöglichkeiten für alle, eine schöne Feierlocation, ein ruhiger Platz für die Trauung im Außenbereich und eine wunderschöne Schlechtwetteralternative, mit Blick auf die Ostsee. Es war einfach perfekt.

 

Glücklich zuhause in Magdeburg wieder angekommen, ging es dann nun an das Eingemachte. Das Angebot wurde von der Location erstellt und von uns überarbeitet sowie angepasst. Ich habe die Einladungstexte geschrieben und an die Grafikerin weitergeleitet, die passend auf unsere Wünsche und Ideen die Papeterie anfertigte. Die Dienstleister wurden angefragt und die liebe Steffi lernte tatsächlich das Brautpaar kennen sowie mögen. Ich erarbeitete das Konzept, es sollte alles schlicht in Weiß, Orange und Rottönen gehalten werden, und koordinierte alles. Bestellungen für Gastgeschenke, Deko und die Trauungen gingen raus.

 

Für die Tischdekoration entschieden wir uns für kleine Sträuße in den passenden Farben mit Blumen der Saison. Außerdem sollte der Mittelpunkt des runden Tisches eine 3er Konstelation aus unterschiedlich hohen Glasgefäßen bilden (einen lieben Dank an dieser Stelle an Anja von Blatt und Blüte für die Ausleihe), die mit weißen Schwimmkerzen für ein wenig Licht sorgen sollten. Zusätzlich gab es noch weitere kleine Windlichter und kleine Vasen mit nur einer orangenen Rosenblüte.

Weiße Tischwäsche und weiße Stoffservietten rundeten das Tischkonzept ab. Als Tischnummerierung gab es Zahlen aus Holz, die optisch zu den gelaserten Namensschildern passten. Letztere dienten gleichzeitig als Gastgeschenk für die Gäste.
 

Nach knapp einem Jahr Planungszeit ging es dann bei schönstem Wetter im Juli 2019 für drei Tage nach Binz auf Rügen. Steffis Auto war bis oben hin voll bepackt mit vielen Dingen (siehe Foto). Von der Deko, über Dinge für den Kindertisch, alles für die Trauung, bis hin zu den von mir selbstgebastelten Willkommensgeschenken der Gäste und meinem eigenen Gepäck natürlich. Da ich mich kenne, nahm ich lieber sechs passende Outfits mit. Auch meine hochhackigen Lieblingsschuhe sollten natürlich nicht fehlen.

 

Nach mehreren Stunden Fahrt, kamen wir nun Freitag zum 12 Uhr im Hotel an. Eingecheckt und frisch gemacht, bemerkte ich, dass meine Schuhe fehlten. Panik stieg in mir auf, denn ich war mir zu 1000% sicher, dass ich sie aus dem Haus getragen hatte, als mich Steffi abholte. Wir haben hin und her überlegt, bis uns die Idee kam, dass wir sie vielleicht draußen vor der Haustür haben stehen lassen. Sofort rief ich meinen Mann an, der mir Stunden später ein Bild von meinen Schuhen auf dem Briefkasten unseres Nachbarns schickte. "Na super" dachte ich, aber zumindest war ich froh, dass sie noch da waren :-D

 

Um die Gäste und das Brautpaar zu Begrüßen, setzten Steffi und ich uns schon frühzeitig in die Lobby des Hotels. Mit dabei waren die Willkommensgeschenke. Thematisch passend eine Flaschenpost mit einem schönen Schild für Zuhause, einen Sanddornschnaps und allen wichtigen Informationen für das Wochenende. Darin war zum Beispiel das Programm für das Wochenende zu finden, der Zeitplan für den Hochzeitstag und Informationen zum Hotel und der Umgebung.

 

Wir hatten das Wochenende locker gestaltet, damit die Gäste und auch das Paar nicht im Stress waren und die Zeit einfach genießen konnten. Am Abend bestand die Möglichkeit gemeinsam mit dem Brautpaar Essen zu gehen. Manch einer nutzte die Gelegenheit, viele gingen aber auch einfach nur am Strand spazieren und holten sich ein Fischbrötchen auf die Hand.

 

Nachdem die Gäste begrüßt, der weitere Verlauf geplant, mit der Bankettleiterin alles besprochen und der erste Schwung der Dekoration ausgeladen war, "mussten" Steffi und ich ja leider neue Schuhe kaufen - und wurden auch fündig. Die freie Zeit haben wir dann noch genutzt und uns den "Badekarren" sowie den "Rettungsturm am Strandzugang 6" angeschaut, in denen standesamtliche Trauungen direkt am Strand vollzogen werden können. Hier findet ihr übrigens eine Übersicht der tollen Trauorte.

 

Am Samstag hieß es dann früh aufstehen und schnell frühstücken. Steffi fuhr dann mit der Braut, der Trauzeugin und der Schwägerin zum Friseur. Ich übernahm die Dekoration im Saal und stand mit dem noch sehr entspannten Bräutigam in Kontakt. Schnell musste noch die Trauung vorbereitet werden und die Braut sollte ja auch noch in ihr perfektes Outfit schlüpfen, dass sie übrigens bei meiner lieben Freundin und Modedesignerin Julia von Mädchenträume in Magdeburg kaufte.

 

Um 14 Uhr war es dann soweit und das Brautpaar durfte sich bei einer emotionalen Freien Trauung noch einmal im passendem Rahmen das Ja-Wort geben. Wir bauten klassische Rituale ein und so gab es die Ringwanderung, das Anzünden der Traukerze sowie das Anzünden von Kerzen zur Erinnerung. Passend zum Strand, entschied sich das Brautpaar für das Sandgießen, welches sie mit ihren Söhnen vollzogen. Die zur Papeterie passende Trauurkunde wurde unterschrieben und persönliche Worte aneinander gerichtet. Als kleine Erinnerung gab es von mir als Geschenk noch ihre persönlichen Worte in einer Flaschenpost verpackt und einen Kompass. Diesen hatte ich bei unserem ersten gemeinsamen Besuch auf der Insel gekauft und er soll ihnen in ihrer Ehe stets den richtigen Weg weisen.

 

Nach der Trauung ging es anschließend zum Sektempfang mit Kaffee und Kuchen direkt auf die große Terrasse des Hotels, auf der wir einen eigenen Bereich für uns reserviert hatten. Bei Meeresrauschen, frischer Ostseeluft und einer großen Erdbeertorte in Herzform, war Zeit für kurze Reden und gemütliches Zusammensitzen. Nachdem ich beim Sektempfang alles koordiniert hatte - und mir eine kurze Cola gegönnt hatte (meine Paare wissen, dass ich meinen Zuckerspiegel bei warmen Wetter erst einmal wieder in die Höhe treiben muss :D) - räumte ich schnell alles von der Trauung auf und verstaute es schon einmal im Auto. Ein kleines Stück Erdbeertorte stand dann für mich bereit und wir genossen alle noch die Sonne am Meer.

 

Nach den Gruppenfotos blieb den Gästen Zeit sich frisch zu machen und vielleicht noch ein wenig das Wetter zu genießen. Währenddessen gingen das Brautpaar, Steffi und ich sowie der Bruder der Braut und die Trauzeugin auf Fototour. Zuerst im großen Gespann und dann später nur noch zu Viert. Für die Fotografen und auch das Brautpaar ist es immer ein großer Vorteil, wenn die Planerin/ der Planer mit assistieren kann. Egal ob Strauß halten, Kleid richten, Anstecker positionieren oder die Kette richtig drehen. Irgendwas ist immer, was dem Dienstleister die Arbeit erleichtert.

 

Um 18 Uhr wurde dann der Feiersaal für die Gäste geöffnet. Das Brautpaar schreitete zum Schluss ein und es gab großen Beifall, wie es übrigens z.B. in Amerika typisch ist. Nach Reden vom Brautpaar und den Söhnen, wurde dann das leckere Buffet eröffnet. Die Kolorien vom heutigen Tag mussten natürlich wieder abgetanzt werden und so folgte später der Hochzeitstanz. Zum 22 Uhr wurde es dann noch einmal emotional. Mit einem zehnminütigen Feuerwerk, was zu passender Musik in den Ostseehimmel gefeuert wurde, gab es am Abend noch ein absolutes Highlight, dass hunderte Gäste des Seebades ins Staunen versetzte. Alle standen nur noch mit offenen Mündern am Strand und in diesem Moment war ich einfach nur unfassbar glücklich.

 

Als wir wieder zurück im Partysaal waren wurde die Hochzeitstorte präsentiert und ausgelassen bis in die Nacht gefeiert. Steffi und ich verabschiedeten uns gegen kurz nach Mitternacht und waren fix und fertig, als wir dann ins Bett gefallen sind.

 

Am nächsten Morgen trafen sich alle beim Frühstück. Eine bestimmte Uhrzeit war nicht ausgemacht, es gab nur eine bestimmte Zeitspanne. Auch hier war uns wichtig, dass jeder selbst entscheiden kann, wann er aufstehen und frühstpcken möchte. Für uns war auch hier ein bestimmter Bereich reserviert, damit wir ungestört zusammen sitzen konnten. Auch dies hatten wir im Vorfeld bereits mit dem Hotel abgestimmt. Egal ob die Übernachtung im selben Hotel oder ein geplantes Zusammentreffen am nächsten Tag, ich empfehle immer ein "Get together" im kleinen Rahmen am Tag nach der Hochzeit, um alles noch einmal gemeinsam ausklingen zu lassen und mit den Liebsten zu genießen.

 

Nachdem die Autos gepackt waren und alle ausgecheckt hatten, begannen die Verabschiedungen. Tolle Menschen haben wir an diesem Wochenende kennenlernen dürfen und liebe Worte als Danksagungen erhalten. In diesem Moment wussten Steffi und ich, dass wir genau den richtigen Beruf gewählt haben, denn die 3 Tage haben unfassbar viel Freude gebracht. Wir gingen noch an den Strand, setzten uns in einen Strandkorb und genossen einfach die Ruhe und Zeit zu Zweit, bis wir am Nachmittag wieder die Heimreise antraten und glücklich den Sonnenuntergang entgegen fuhren.

 

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